BI-Spektrum: Herr Duschek, SAP hat kürzlich die SAP Business Data Cloud angekündigt. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Thomas Duschek: Die SAP Business Data Cloud ist eine Software-as-a-Service-(SaaS-)Lösung, die alle SAP-Daten vereinheitlicht und verwaltet und nahtlos mit Daten aus heterogenen Quellen verbindet. SAP Datasphere in Verbindung mit Databricks, SAP Analytics Cloud und SAP Business Warehouse sind die marktführenden Lösungen für Planung, Analyse und Business Warehousing. Mit SAP Business Data Cloud führen wir diese leistungsstarken Technologien in einer einheitlichen Umgebung zusammen – für eine nahtlose Erfahrung und tiefgreifende, transformative Einblicke in alle Geschäftsbereiche. Die enge Verzahnung der SAP Business Data Cloud mit Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht es, ganzheitliche KI-Use-Cases zu realisieren. Diese wären ohne diesen Produktlaunch gar nicht erst möglich, aber darauf werden wir mit Sicherheit noch zu sprechen kommen.
BI-Spektrum: Was macht die SAP Business Data Cloud so besonders?
Thomas Duschek: Die SAP Business Data Cloud zeichnet sich einerseits durch ihre nahtlose Integration mit bestehenden SAP Business-Warehouse-Systemen aus. Unternehmen können ihre bewährten BW-Daten und -Modelle weiterhin nutzen und gleichzeitig die Vorteile einer modernen Cloud-Architektur ausschöpfen. Ergänzt wird dies durch unsere Partnerschaft mit Databricks, die leistungsstarke Analyse- und Automatisierungstechnologien direkt in die Plattform integriert.
Andererseits bietet die SAP Business Data Cloud vollständig verwaltete SAP-Datenprodukte für sämtliche Geschäftsbereiche – von Finanzen und Lieferketten bis hin zu HR. Diese Datenprodukte bewahren ihren Geschäftskontext und ihre Semantik, sodass Unternehmen ohne aufwendige Extraktionsprozesse sofort auf hochwertige, einheitliche Daten zugreifen können. Damit entsteht eine nachhaltige Verbindung zwischen etablierten Systemen und zukunftsweisender Cloud-Technologie.

BI-Spektrum: Welche Herausforderungen adressiert die SAP Business Data Cloud?
Thomas Duschek: Viele Unternehmen kämpfen mit Daten, denen sie nicht vertrauen können – eine globale Umfrage unter 1.200 Geschäfts- und IT-Verantwortlichen zeigt, dass 55 Prozent schlechte Datenqualität als größte Herausforderung sehen. Die SAP Business Data Cloud setzt genau hier an: Sie bietet eine harmonisierte, vertrauenswürdige Datenbasis, die den Aufwand für Datenkorrekturen minimiert und die versteckten Kosten durch fehlerhafte oder fragmentierte Daten drastisch reduziert. So können Unternehmen nicht nur fundierter, sondern auch effizienter und kostensparender entscheiden.
BI-Spektrum: Wie unterstützt die SAP Business Data Cloud die Nutzung von Künstlicher Intelligenz?
Thomas Duschek: Damit KI echten Mehrwert schafft, braucht sie eine solide Datenbasis – präzise, vertrauenswürdig und mit Geschäftskontext. Genau hier spielt die SAP Business Data Cloud ihre Stärken aus. Sie bringt alle relevanten Daten zusammen und sorgt dafür, dass KI-Modelle, generative KI und agentenbasierte KI auf einer verlässlichen Grundlage arbeiten.
Ein echtes Highlight ist Joule, SAPs generativer KI-Copilot. Er ist tief in die SAP Business Data Cloud integriert und hilft, generative KI gezielt auf Geschäftsdaten anzuwenden und mit agentenbasierter KI komplexe Analysen und Planungen zu automatisieren.
Mein Fazit aus vielen Kundengesprächen: Business AI funktioniert nur mit Business Data – und genau das macht die SAP Business Data Cloud möglich.
BI-Spektrum: Die Partnerschaft mit Databricks scheint eine spannende Entwicklung zu sein. Können Sie uns mehr über die Vorteile dieser Zusammenarbeit erzählen?
Thomas Duschek: Absolut, die Partnerschaft zwischen SAP und Databricks ist ein wichtiger Schritt nach vorne für die SAP Business Data Cloud und unsere Kunden. Durch die Integration von Databricks in die SAP Business Data Cloud eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten zur Verknüpfung sämtlicher Unternehmensdaten. Dies ermöglicht es unseren Kunden, Dateninfrastrukturprinzipien zu nutzen, um leichter Erkenntnisse aus ihren Daten zu gewinnen und diese effizienter zu teilen, zu steuern und zu modellieren.
Ein herausragendes Merkmal dieser Zusammenarbeit ist die Nutzung der SAP Datasphere, die es unseren Kunden ermöglicht, dieselben zuverlässigen Daten ohne kostspielige Datenextraktionen über alle vorhandenen Plattformen hinweg zu ermitteln, zu modellieren und zu teilen. Dies gelingt durch den Aufbau eines leistungsstarken Wissensgraphen, der geschäftliche Metadaten und Semantik bewahrt und somit die Durchsuchbarkeit und Verwertbarkeit der Daten erheblich verbessert.
Darüber hinaus bietet SAP Databricks umfangreiche Data-Engineering- und Machine-Learning-/ KI-Funktionen, die es Datenexperten ermöglichen, KI-Modelle und generative KI-Anwendungen mit ihren Geschäftsdaten zu beschleunigen. Native Funktionen wie Delta Sharing harmonisieren SAP-Datenprodukte und bestehende Lakehouses bidirektional. Dies bedeutet, dass fortschrittliche KI- und Machine-Learning-Modelle ohne jeglichen Kopieraufwand integriert und angewendet werden können, beispielsweise zur Vorhersage des Zahlungsdatums offener Forderungen im Finanzwesen. Diese nahtlose Integration aller Daten ermöglicht es unseren Kunden, wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und ihre Geschäftsprozesse zu optimieren.
BI-Spektrum: Können Sie uns ein Beispiel für die Anwendung der SAP Business Data Cloud geben?
Thomas Duschek: Ein gutes Beispiel ist die Finanzabteilung, die mit Hilfe von Insight-Apps einen 360-Grad-Blick auf die finanzielle Gesundheit der Organisation erhält. Diese vorgefertigten Pakete sind bereits mit Ihren Geschäftsdaten verbunden und bieten Echtzeit-Einblicke in Cashflow und Rentabilität. Dies beschleunigt die Entscheidungsfindung und verbessert die finanzielle Transparenz.

BI-Spektrum: Wie harmonisiert die SAP Business Data Cloud die Daten von unternehmenskritischen Anwendungen?
Thomas Duschek: Daten aus unternehmenskritischen Anwendungen sind oft verstreut und schwer zusammenzuführen – hier schafft die SAP Business Data Cloud Abhilfe. Sie bringt Daten aus den wichtigsten Anwendungen zusammen, harmonisiert sie und verbindet sie mit leistungsstarken Datenengineering- und Analysefähigkeiten. So entstehen einheitliche, verlässliche Datengrundlagen für fundierte Entscheidungen und Innovationen.
Besonders spannend ist in diesem Kontext die oben erwähnte Partnerschaft zwischen SAP und Databricks. Zwei führende Unternehmen haben sich zusammengeschlossen, um eine neue Ära im Enterprise-Datenmanagement einzuläuten – mit einer Lösung, die Anwendungen und Datenplattformen nahtlos miteinander verbindet.
BI-Spektrum: Können Sie uns mehr über die „Data Product Economy“ erzählen?
Thomas Duschek: SAP Business Data Cloud fördert auch das Wachstum der sogenannten „Data Product Economy“. Sie liefert vollständig verwaltete SAP-Datenprodukte über alle Geschäftsprozesse hinweg – von Finanz-, Ausgaben- und Lieferkettendaten in SAP S/4HANA und SAP Ariba bis hin zu Lern- und Talentdaten in SAP SuccessFactors. Diese Datenprodukte behalten ihren ursprünglichen Geschäftskontext und ihre Semantik bei und bieten sofortigen Zugriff auf hochwertige Daten ohne kostspielige Extraktionsprozesse. Ein praktisches Beispiel: Ein CFO, der die Auswirkungen steigender Inflation auf die Rentabilität bewerten möchte, kann in der SAP Business Data Cloud Echtzeit-Daten wie den Verbraucherpreisindex nahtlos mit Finanzdatenprodukten wie Hauptbuchkonten oder Kostenstellen verknüpfen – und erhält so ein präzises, umfassendes Finanzbild.
BI-Spektrum: Wie sieht die Zukunft der SAP Business Data Cloud aus?
Thomas Duschek: Die SAP Business Data Cloud wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den sich ändernden Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Wir haben bereits eine Reihe von strategischen Partnerschaften angekündigt, darunter mit Collibra, Confluent und DataRobot. Diese Partnerschaften stärken unser offenes Datenökosystem und ermöglichen es unseren Kunden, transformative Einblicke aus all ihren Daten zu gewinnen. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir weitere Kooperationen ankündigen, um den Mehrwert für unsere Kunden weiter zu steigern.
BI-Spektrum: Gibt es noch etwas, das Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Thomas Duschek: Ich möchte alle herzlich zu unserem virtuellen Event, dem „SAP Business Data Cloud Discovery Day“, am 18. März einladen. Es ist eine großartige Gelegenheit, mehr über die SAP Business Data Cloud zu erfahren und sich mit führenden Data & Analytics-Experten, Partnern und SAP-Executives auszutauschen. Lassen Sie sich von den innovativen Daten- und KI-Funktionen begeistern und hören Sie, was unsere Kunden über ihre ersten Erfahrungen berichten. Der interaktive Live-Chat bietet Ihnen die Möglichkeit, sich direkt mit SAP-Experten auszutauschen und Ihre brennenden Fragen zu stellen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Eventseite.

-> https://events.sap.com/de/unmatched-data-discovery-day/de/